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18.08.2026
Beitrag

Wie funktioniert die Gleichteilprüfung in DriveWorks?

Die Gleichteilprüfung von DriveWorks arbeitet anders, als viele Anwenderinnen und Anwender zunächst vermuten. Statt die Geometrie eines Modells zu vergleichen, prüft das System den erzeugten Dateinamen. Warum das in vielen Fällen völlig ausreichend ist und wie Sie dieses Prinzip gezielt nutzen können, zeigt dieser Beitrag.
Christian Rabenstein
Das Wichtigste in Kürze.

  • DriveWorks erkennt Gleichteile anhand des Dateinamens, nicht anhand der Geometrie.
  • Die Prüfung erfolgt über die DriveWorks Datenbank beziehungsweise den Bereich „Released Models“.
  • Werden relevante Modellparameter im Dateinamen verwendet, entsteht indirekt eine geometriebezogene Gleichteilprüfung.
  • Der Speicherpfad spielt für die Gleichteilprüfung keine Rolle.
  • Eine durchdachte Benennungsstrategie verhindert in vielen Fällen die Entstehung redundanter Modelle und unnötiger Mehrfacherstellungen.

Unternehmen, die DriveWorks einsetzen, tun dies meist aus dem gleichen Grund: die Automatisierung bei der Erstellung zahlreicher Varianten ein und desselben Bauteils. Dabei ist es völlig egal, um wie viele Varianten es sich handelt. Mit DriveWorks hat man ein zuverlässiges Werkzeug, das wiederkehrende Aufgaben verlässlich, genau und fehlerfrei erledigt.

Wie kann aber verhindert werden, dass sich bei der teils sehr hohen Menge an Variationen eines Bauteils nicht doch Redundanzen in den Ergebnissen einschleichen? Hier kommt die integrierte Gleichteilprüfung von DriveWorks zum Tragen. Diese Gleichteilprüfung ist zwar immer vorhanden und immer aktiv, um sie richtig und effektiv einzusetzen, muss man jedoch wissen, worauf sie basiert und wie sie gesteuert wird.

Wie verhindert DriveWorks doppelte Modelle?

Die integrierte Gleichteilprüfung von DriveWorks prüft Modelle nur anhand des erzeugten Dateinamens. DriveWorks wird niemals eine Datei gleichen Namens zweimal erstellen. Es spielt dabei keine Rolle, an welchem Ort DriveWorks das Modell speichert. Wurde der Name bereits verwendet, kann er nicht nochmal an anderer Stelle erzeugt werden.

Wo wird diese Prüfung durchgeführt?

DriveWorks schreibt seine Informationen über erstellte Modelle in seine Datenbank. Ob es sich um eine SQL-Datenbank für eine geteilte Gruppe (Shared Group) oder um eine SQLite Datenbank für individuelle Gruppen handelt, ist dabei unerheblich. Beides ist ohne entsprechende Datenbankkenntnisse schwer einsehbar. 

„Visueller“ wird es, wenn man den Bereich „Released Models“ im DriveWorks DataManagement anschaut. Hier wird jede Datei, die DriveWorks erstellt hat, aufgelistet. Zwar wird hier auch der Datenpfad angegeben, aber das ausschlaggebende Kriterium ist der Dateiname. Die häufig gewünschte Gleichteilprüfung auf geometrischer Basis findet hier nicht statt. Wobei das nur teilweise richtig ist.

Ist eine geometrische Gleichteilprüfung trotzdem möglich?

Ja, DriveWorks prüft nur den Namen einer Datei und entscheidet auf dieser Basis, ob es die Datei schon gibt oder nicht. Aber wenn der Name nun die Geometrie enthält? Ist es dann eine Prüfung auf geometrische Informationen? Ja, indirekt schon. 

Praxisbeispiel.

Nehmen wir als Beispiel einen Würfel.

Er besteht aus sechs Seiten und demzufolge aus drei Kantenlängen. In diesem Beispiel hat jede Kante die Länge100.  Wie lang die jeweiligen Kanten nach der Erzeugung von DriveWorks sind, hängt vom hinterlegten Regelwerk ab. Theoretisch hat ein Würfel nur eine Kantenlänge, das lassen wir an dieser Stelle aber unberücksichtigt. Nehmen wir als Beispiel an, die Höhe beträgt 80, die Breite 90 und die Tiefe 100.

Auf dieser Basis lässt sich die Geometrie des Würfels mit den Worten 80, 90 und 100 vollständig definieren. Bildet man daraus einen Namen, könnte er „Würfel 80-90-100.sldprt“ lauten. Damit hätten wir eine Gleichteilprüfung anhand des Namens, die parallel eine geometrische Prüfung ist. Erstellen wir dieses Modell über DriveWorks, ergeben sich die folgenden Parameter:

Dieses Modell wird im Ordner „Würfel1“ gespeichert. Will man dieses Modell in gleicher Größe an einem anderen Ort erstellen, erkennt man mit den bekannten Prüfmethoden folgendes:

Hier ist der Unterschied zwischen „Path Rule“ (Würfel2) und „TargetPath“(Würfel1) von Bedeutung. Obwohl der Speicherpfad ein anderer ist, wird die Datei als existent markiert. Sie wird nicht erneut erstellt. 

Grenzen der Methode.

Anhand dieses einfachen Beispiels ist die Schwäche des Systems natürlich sofort erkennbar. Vor dem Hintergrund, dass der Name einer Datei maximal 256 Zeichen umfassen darf (inkl. Pfad und Endung), ist die Verwendung solcher Parameter nicht unendlich. 

Dennoch ist sie mit Sicherheit für viele Fälle absolut ausreichend.  Der Kreativität in der Namensvergabe sind hier keine Grenzen gesetzt. Der Name muss das Modell nur eindeutig beschreiben. Und das bedeutet, dass alle Parameter, in denen das Modell gesteuert wird, im Namen verwendet werden.

Fazit: Die Namensgebung ist der Schlüssel.

Auch wenn DriveWorks keine direkte geometrische Gleichteilprüfung durchführt, lässt sich über eine durchdachte Namensstrategie ein vergleichbarer Effekt erzielen. Entscheidend ist, dass die relevanten Modellparameter im Dateinamen berücksichtigt werden. Für viele Anwendungsfälle ist dieser Ansatz vollkommen ausreichend und hilft dabei, identische Modelle nicht mehrfach zu erzeugen.

Häufig gestellte Fragen.

Wie erkennt DriveWorks, ob ein Modell bereits existiert?

DriveWorks prüft erstellte Modelle ausschließlich anhand des Dateinamens. Wird ein identischer Dateiname erneut erzeugt, erkennt das System das Modell als bereits vorhanden und erstellt keine weitere Datei. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Ordner oder auf welchem Speicherpfad das Modell abgelegt werden soll. Die Gleichteilprüfung basiert somit auf einer eindeutigen Namenslogik und nicht auf dem Speicherort oder den geometrischen Eigenschaften des Modells.

Führt DriveWorks eine geometrische Gleichteilprüfung durch?

Nein, DriveWorks vergleicht standardmäßig keine Geometrien. Die Prüfung erfolgt ausschließlich über den erzeugten Dateinamen. Dennoch kann indirekt eine geometriebezogene Gleichteilprüfung erreicht werden, wenn die relevanten Modellparameter, beispielsweise Höhe, Breite oder Tiefe, Bestandteil des Dateinamens sind. Enthält der Name alle entscheidenden Geometriewerte, repräsentiert er das Bauteil eindeutig und ermöglicht eine effektive Vermeidung identischer Modellvarianten.

Wo speichert DriveWorks Informationen über bereits erstellte Modelle?

Informationen zu erzeugten Modellen werden in der DriveWorks-Datenbank gespeichert. Je nach Konfiguration kann dies eine SQL-Datenbank oder eine SQLite-Datenbank sein. Für Anwender ist der Bereich „Released Models“ im DriveWorks Data Management besonders hilfreich, da dort alle von DriveWorks erstellten Dateien inklusive ihrer Eigenschaften angezeigt werden. Die Grundlage der Gleichteilprüfung bleibt jedoch der Dateiname und nicht der angezeigte Speicherpfad.

Warum ist die Namensgebung für die Gleichteilprüfung so wichtig?

Da die Gleichteilprüfung von DriveWorks auf Dateinamen basiert, entscheidet die Namensstrategie direkt über deren Qualität. Werden alle relevanten Parameter eines Modells in den Dateinamen integriert, kann das System gleiche Bauteile zuverlässig identifizieren und doppelte Konstruktionen vermeiden. Eine durchdachte Benennungslogik reduziert Redundanzen, verbessert die Datenqualität und sorgt für effizientere automatisierte Konstruktionsprozesse.

Gibt es Grenzen bei der Gleichteilprüfung über Dateinamen?

Ja. Die Methode ist davon abhängig, dass alle relevanten Modellparameter sinnvoll im Dateinamen abgebildet werden. Da Dateinamen inklusive Pfad und Dateiendung technisch begrenzt sind, lassen sich nicht beliebig viele Merkmale aufnehmen. Für die meisten praxisnahen Anwendungen reicht diese Vorgehensweise jedoch aus, um Modelle eindeutig zu beschreiben und Dubletten in der Konstruktion zuverlässig zu vermeiden.

Christian Rabenstein
Solution Consultant Configuration & Automation
Christian unterstützt Kunden bei der Automatisierung von Konstruktions- und Konfigurationsprozessen mit DriveWorks. Dabei betrachtet er Herausforderungen aus der technischen Perspektive der Anwenderinnen und Anwender und entwickelt praxisnahe Lösungen. Sein Schwerpunkt liegt auf CAD-Automatisierung und effizienten Engineering-Prozessen.
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