
Mit High-Tech Diamanten finden.

Die Herausforderungen
- Unterschiedliche Materialien und Einsatzbereiche erfordern flexible, hochpräzise Sortiertechnologien.
- Physische Tests und externe Berechnungen verlängern Entwicklungszyklen.
- Unterschiedliche Disziplinen (Mechanik, Elektrik) arbeiten teilweise isoliert.
Die Lösungen
- Kombination von Sensorik, intelligenter Datenauswertung und spezifischer Software zur Anpassung an Material und Kundenanforderungen.
- Einsatz von SOLIDWORKS Simulation und virtuelle Prototypen zur Reduktion physischer Tests und Verkürzung der Entwicklungszeit um über 10 %.
- Ausbau in Richtung PLM zur durchgängigen Prozessintegration und besseren Zusammenarbeit.
Der sensationelle Diamantenfund in der Karowe-Mine in Botswana ist ein Erfolg der XRT-Röntgentechnologie von TOMRA. „Herkömmliche Sortiermethoden basieren noch auf einer Schwimm-Sink-Technik. Diese Technik kann bei sehr tiefen Bohrungen aber nicht mehr zuverlässig angewendet werden, da sie das immer dicker werdende diamanthaltige Gestein nicht mehr trennen kann“, erläutert Christian Cremer, Electro- Mechanical Design Manager bei TOMRA Mining in Wedel, die Nachteile des bisherigen Verfahrens.
Eine Maschine mit Röntgentransmissionstechnologie von TOMRA dagegen erkennt Diamanten und andere Materialien auf Basis ihrer spezifischen atomaren Dichte. Anhand der Röntgendaten wird ein detailliertes Dichtebild des Materials erstellt und somit eine bessere Trennung des Gesteins ermöglicht. Mithilfe eines Ausblasmoduls werden die erkannten Diamanten gezielt per Druckluft ausgeschleust. Das Ergebnis ist eine hohe Reinheit nach der Sortierung, unabhängig von Größe, Feuchtigkeitsgehalt oder Oberflächenverschmutzung. Zu den Vorteilen der kompakten XRT-Technologie gehören zudem ein geringer Platzbedarf, geringe Betriebskosten und ein hoher Grad an Ausbeutung bei einem geringen Konzentrat. „Bereits zwei Wochen nach dem Sensationsfund wurde ein weiterer, mit 813 Karat ebenfalls sehr großer Diamant geborgen. Die Investition unseres Kunden Lucara Diamond Corp. hat sich in Rekordzeit amortisiert“, so Christian Cremer.
Das Geheimnis: Röntgentechnik und Sensorik.
„Das Spektrum der Sortieraufgaben für unsere Maschinen ist sehr breit gefächert“, fasst Cremer das Portfolio von TOMRA Mining in Wedel zusammen. Hier werden Maschinen für den Bergbau entwickelt, unter anderem zur Sortierung von Industriemineralien, Edelsteinen, Grund-, Eisen- und Edelmetallen sowie Kohle und anderen Brennstoffen. Andere Geschäftsbereiche von TOMRA entwickeln Sortierlösungen für die Lebensmittel und die Recyclingindustrie.
Das Geheimnis des Unternehmens liegt im Einsatz unterschiedlichster Sensoren, der Verknüpfung und Auswertung der gewonnenen Sensordaten sowie der hohen und zuverlässigen Erkennungsrate durch eine spezielle Software. „Dank unserer Erfahrungen aus sehr vielen Projekten und mit unterschiedlichen Anwendungsbereichen können wir die Technik je nach Material und auch speziell für einzelne Kunden oder örtliche Gegebenheiten optimieren“, beschreibt Cremer die Gründe für den Erfolg des Unternehmens.

Simulationen verkürzen Entwicklungszeit um mehr als 10%.
Bei TOMRA wirken von der Konstruktion über PDM und Simulation bis hin zur technischen Kommunikation mehrere SOLIDWORKS Lösungen zusammen. „Beim Umstieg von 2D auf 3D haben wir uns vor Jahren für SOLIDWORKS entschieden. Und ich bin heute noch froh darüber, dass wir diese Entscheidung getroffen haben“, blickt Cremer zurück. Gründe waren der große Funktionsumfang und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. „Es ist erstaunlich einfach, mit SOLIDWORKS zu starten. Das erfordert keinen 6-Wochen-Lehrgang“, hebt Cremer hervor.
Alle mechanischen Komponenten werden mit SOLIDWORKS entwickelt. TOMRA nutzt SOLIDWORKS für den gesamten Entwicklungsprozess: vom ersten Entwurf in 3D über virtuelle Prototypen und die kompletten Fertigungsinformationen bis hin zur realen Maschine. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der Nutzung der Simulationslösungen gemacht. Durch die virtuellen Tests unter realen Bedingungen in SOLIDWORKS Simulation reduzieren wir die physischen Prototypen und können die Markteinführungszeit verkürzen. So gewinnen wir mehr als 10 % der Entwicklungszeit“, beziffert Cremer den Nutzen. Durch eine Strömungssimulation in SOLIDWORKS Flow Simulation konnten unter anderem die Düsen eines Ausblasmoduls optimiert werden. Statische Berechnungen, die bisher nach außen gegeben werden mussten, können jetzt inhouse umgesetzt werden, was zusätzlich Zeit einspart.
Klares Ziel: ganzheitliche PLM-Prozesse.
Der Erfolg von TOMRA basiert auf der kontinuierlichen Innovation der Sortierlösungen. „Durch den Einsatz von SOLIDWORKS können wir unsere Produkte stetig verbessern. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Unternehmensbereiche konnten wir damit optimieren“, berichtet Cremer. Für die Arbeit mit SOLIDWORKS vergibt der Design-Manager gute Noten. TOMRA schätzt insbesondere die intuitive Bedienbarkeit bei den SOLIDWORKS Lösungen – im Gegensatz zu anderen Produkten, die sehr strikte Vorgaben machen. Laufende Verbesserungen und die regelmäßige Erweiterung des Funktionsumfangs sind ebenfalls sehr wichtig. Außerdem ist die Unterstützung durch Bechtle PLM ausgezeichnet. „Die Beratung durch Bechtle PLM ist sehr hilfreich und funktioniert durchweg gut – wir kommen immer schnell zum Ziel“, so Cremer.
Mit SOLIDWORKS will er weitere Synergien nutzen und setzt deshalb auf den Ausbau in Richtung PLM mit der 3DEXPERIENCE Plattform von Dassault Systèmes. Unter anderem will TOMRA die traditionell getrennten Entwicklungen für mechanische und elektrische Baugruppen weiter zusammenführen: „Wir wollen SOLIDWORKS weiter in Richtung PLM ausbauen. Dafür werden die kompletten Baureihen bis zur Übergabe ins ERP auf der 3DEXPERIENCE Plattform abgebildet.“ Die nächsten Projekte umfassen Themen wie Digitaler Zwilling, Predictive Maintenance und die Nutzung von Machine Learning für die Sortierprozesse. „Die 3DEXPERIENCE Plattform ist für uns bereits ein konkretes Thema. Wir wollen dadurch die Entwicklungszyklen weiter verkürzen“, benennt Cremer abschließend seine Erwartungen.
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